Teil 4: Die Kunst der indirekten Motivation

Hast Du schon mal eine Python dabei beobachtet, wie sie ihr Opfer stranguliert?

Die meisten Menschen denken, dass sie ihre Opfer erwürgt, sobald sie sich auf sie stürzt.

Aber das tut sie nicht wirklich.

Das wäre viel zu kraft- und energieaufwendig.

Sie wartet äußerst geduldig darauf, bis ihr Opfer ausatmet.

Und genau in dem Moment zieht sie ihren letalen Klammergriff ein kleines bisschen enger.

Nicht sehr viel.

Aber mit jedem Mal etwas mehr.

Die Schlange hat es dabei auch nicht sonderlich eilig.

Sie weiß, dass die Zeit für sie arbeitet.

Die Atmung wird zunehmend erschwert, der Rücklauf des venösen Blutes mehr und mehr unterbunden.

Das Opfer stranguliert sich quasi von selbst, mit geradezu minimalem Kraftaufwand für die Schlange.

(Aus der Rolle des Opfers heraus ist die Situation so gut wie unmöglich zu entschärfen. Es braucht Hilfe von außen - eine zweite Person, die die Schlange vom Schwanz her in Richtung Kopf ablöst. Aber darauf kommen wir gleich noch zurück.)

Eine kleine Warnung vorweg: Zunächst mal bedeutet die überbewertete Rolle, die der Willenskraft bislang zugekommen ist, noch lange nicht, dass Du auf Selbstdisziplin künftig völlig verzichten kannst.

Aber denk bitte daran, was wir bereits besprochen haben: Motivation entsteht als Folge bestimmter Dinge, die Du bereits im Vorfeld tust - sie ist keine prima causa.

Und wenn Deine Motivation bereits aufgrund zuvor geschaffener Bedingungen - dem richtigen Denken - entsteht, brauchen wir weniger Selbstdisziplin, um unser Ziel zu erreichen.

Wir können den Faktor Selbstdisziplin also auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Und das ist eine wirklich sensationell gute Nachricht für Dich!

Ich selbst bin einer der undiszipliniertesten Menschen überhaupt - in jeder nur erdenklichen Hinsicht.

Und doch fällt es mir leicht, Sachen in Angriff zu nehmen, die getan werden müssen (...was nicht immer so war, aber über meine etwas peinlichen Anfänge haben wir ja bereits gesprochen).

Weil ich einer bestimmten Strategie folge.

Einer Strategie, die zugleich durchschlagend effizient wie auch genial einfach ist.

Einer Strategie der mentalen Ressourcenallokation.

Diese Strategie ist eine bestimmte Art zu denken - ein Denkmodell.

"Wenn schiere Willenskraft also nicht funktioniert, was kannst Du tun?"

Und ein angenehmer Nebeneffekt dieser Art zu denken sind Motivation und Selbstdisziplin auf Autopilot.

Motivation wird Dir zu einer Gewohnheit.

Genauso wie Prokrastination - die schwarze Kunst der Aufschieberitis - derzeit vermutlich eine Deiner Gewohnheiten ist.

Was hat es denn nun mit der Würgeschlange auf sich, die ihr Opfer fest in der Umklammerung gefangen hält?

Gleich der Python sind es Deine derzeitigen Denkgewohnheiten, die Dich in Deinen derzeitigen Lebensumständen gefangen halten.

"Die Konfrontation mit neuen und komplizierten Dingen erfordert Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Konzentration – das Gehirn strebt darum danach, alles zu routinisieren. Gewohnheiten sind sowohl stoffwechselbiologisch als auch neuronal billig."

Gerhard Roth (Hirnforscher)

Aber wenn Du auf die richtige Art und Weise denkst, kannst Du mit jeder Situation und Herausforderung umgehen, mit der Du im Leben konfrontiert wirst.

Die wesentlichen Grundzüge über die Funktionsweise Deines Verstandes kannst Du in weniger als einer halben Stunde erlernen.

Um jedoch wirklich maximalen Nutzen aus dem Konzept zu ziehen, wird die größte Herausforderung für Dich darin bestehen, Dir selbst bei der Umsetzung aus dem Weg zu gehen.

Weil Deine alten Denkgewohnheiten Dich packen und wie eine Python in ihren Klammergriff zwängen werden.

Gewohnheiten können extrem stark sein.

Nur eine einzige davon zu verändern, ist schon schwer genug.

Jeder der mit dem Rauchen aufhören oder etwas abnehmen will, weiß, was das bedeutet.

Wenn es aber erst darum geht, eine Vielzahl von Gewohnheiten - ein ganzes Paradigma - zu verändern oder gar aufzulösen, kannst Du Dich auf einen wilden Ritt gefasst machen!

Um Dir diesen Übergang so einfach wie nur möglich zu gestalten, habe ich fast anderthalb Jahre lang ein Tool entwickelt, mit dem Du im Schlaf Dein Verhalten optimieren kannst... so verrückt das auch klingen mag.

Aber darauf kommen wir gleich noch zurück.

Ich hatte eingangs etwas ketzerisch angemerkt, dass positives Denken ebenso wenig funktioniert wie der Einsatz brachialer Willenskraft.

Der Grund dafür ist schnell erklärt.

"Motivation und Selbstdisziplin auf Autopilot."

Ausschlaggebend für Deinen Erfolg sind nicht die Ideen, die sich auf der Durchreise durch Deine bewusste Aufmerksamkeit befinden. ("Wiederholen Sie täglich zehn Mal vor dem Spiegel: Ich bin schön, stark und erfolgreich.")

Es sind die fixierten Ideen in Deiner unbewussten Aufmerksamkeit.

Deine Überzeugungen.

Das, woran Du zutiefst glaubst.

Positives Denken funktioniert also an und für sich sehr gut.

Aber nur dann, wenn Du es zu einer unbewussten Gewohnheit werden lässt, über die Du nicht mehr bewusst nachdenken musst.

Bitte tue Dir selbst einen Gefallen und lies die letzten paar Sätze noch einmal.

Sie sind von enormer Tragweite für das was wir hier besprechen und alles was noch kommt.

Wenn Du es schaffst, dass Deine bewusste und Deine unbewusste Aufmerksamkeit zusammen auf ein Ziel ausgerichtet sind und gemeinsam an einem Strang ziehen, dann wirst Du automatisch unaufhaltsam.

Und eine Person, die unbeirrt ihre Träume in die Realität umsetzt, empfinden wir vom Typ her als unwiderstehlich.

Boom!

Zwei Espresso zum Preis von einem.

Genau aus diesem Grund sind Babys auch so attraktiv.

Es hat weniger mit dem Äußeren des Babys an sich zu tun, sondern ist vielmehr eine feine, nicht-stoffliche Qualität.

Das Baby folgt unbeirrbar seinem Master-Plan.

Und dieser Master-Plan beinhaltet unter anderem auch das Laufen und Sprechen zu erlernen.

Und egal wie oft es dabei scheitert, es wird einfach immer wieder von vorn anfangen!

Über 99% aller Menschen scheitern hieran

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Ist das nicht kurios?

Als Erwachsene bewundern wir so eine - an sich völlig natürliche - Erfolgseinstellung zutiefst.

Wer traut sich denn schon so sehr an seine Ziele zu glauben, dass er ungeachtet der Kommentare seiner Mitmenschen einfach drauf los marschiert und dann im Angesicht widriger Umstände auch noch weitermacht?

Und doch macht Dich Scheitern niemals zu einem Versager, es sei denn Du selbst hörst auf, aus Deinen Fehlern zu lernen und es erneut zu versuchen.

Warum denken wir also, dass wir als Erwachsene weniger erfolgreiche Traumjäger sind?

Wir haben einfach zu viel zu verlieren.

Wenige möchten gern ihren einmal aufgebauten Lebensstandard aufs Spiel setzen, nur um einer Idee zu folgen, die sich als dumm herausstellen könnte.

Das Tragische daran ist nur, dass wir viel mehr verlieren, wenn wir unseren Träumen nicht nachgehen.

Wir verlieren das Leben, das uns gegeben wurde, indem wir es gegen ein Gefängnis aus Mittelmaß und Bedeutungslosigkeit eintauschen.

Ok, aber wie genau lassen wir uns denn positives Denken, Motivation und Selbstdisziplin zu einer Gewohnheit werden?

WEITER

(In der letzten Folge: Deine Motivation im Schlaf steigern und ein System, mit dem Du Deine Denkgewohnheiten nachhaltig verändern kannst.)